Denke frei, schaffe neu! Die Sammlung im Blick

29.06.25-25.04.27

Die Sammlungspräsentation Denke frei, schaffe neu! zeichnet anhand ausgewählter Werke den Weg der Kunst als Spiegel gesellschaftlicher und künstlerischer Freiheit nach. Die Dauerausstellung setzt im späten 19. Jahrhundert an jenem Punkt an, an dem die Tradition sich noch ein letztes Mal aufbäumte und ihren Platz zu behaupten versuchte. Schon längst waren jedoch die wesentlichen Merkmale der Kunst dieser Zeit, das Althergebrachte in Frage zu stellen und neue Ausdrucksformen zu erproben.

Im 20. Jahrhundert nahmen die Freiheitsbestrebungen weiter zu. Viele Künstlerinnen und Künstler beschritten den Weg in die Abstraktion, während die Vertreter der Neuen Sachlichkeit Gegenwelten zur politischen Realität entwarfen. Keinesfalls unerwähnt bleiben dürfen jedoch die tiefen Einschnitte, die der 1. und 2. Weltkrieg für die neu gewonnene Autonomie bedeuteten: Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der Sammlung galten im Nationalsozialismus als „entartet“ und waren mit einem Berufsverbot belegt. Ausdruck der Befreiung sind die abstrakten Tendenzen der informellen und konstruktivistischen Kunst, die sich mit voller Kraft in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entfalten konnten.

Die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler wie André Butzer, Hell Gette, Andrew Gilbert, Iris Helena Hamers, Markus Lüpertz und Evan Roth befragen in der Ausstellung unterdessen aus einer gegenwärtigen Perspektive, wie frei wir tatsächlich sind. Die Sammlungspräsentation zeigt somit eindrucksvoll, dass die Frage nach der Freiheit – ihren Errungenschaften, ihrer Bedrohung und ihrer Zukunft – so aktuell bleibt wie eh und je.

Kuratorin: Hannah Eckstein-Glenz
Kuratorische Assistentinnen: Roberta Čebatavičiūtė & Marisa Zeising

 

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