KONSTRUKTIV KONKRET

Kabinett Lütze

30.03.-23.06.2019

Bernd Berner, ohne Titel, 1982. © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Foto: Benjamin Knoblauch

Geordnet. Farbflächig. Gegenstandslos.
Die Ausstellung Konstruktiv Konkret präsentiert elf Papierarbeiten aus der Sammlung Lütze, die dem Konstruktivismus zugehörig sind.

Diese kunsthistorische Entwicklung entstand in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts und zeichnet sich vor allem durch klare, geometrische und gegenstandslose Formen in der Darstellung aus.
Schimmernde, dynamische Farbräume erschafft Bernd Berner (1930–2002) in seiner Radierung Flächenraum (1979) und einer Arbeit Ohne Titel (1982).  Durch Übermalung und Verdichtung entsteht auf dem Malgrund ein geradezu lebendes Geflecht. Trotz geballter Ansammlung der Zeichenstriche ist eine Leichtigkeit wahrzunehmen.

Die Zeichnung Ohne Titel (1977) von Fritz Ruoff (1906–1986) ist geprägt von einer klaren Reduziertheit und dem Spiel mit der gezogenen Linie. In ausgewogenen Bildkompositionen offenbart Ruoff einen übergeordneten Bezug zur Natur, der die Kräfte und Strukturen der Schöpfung sichtbar macht.

Deutlich freier und dynamischer als Ruoff geht Fritz Winter (1905−1976) in seinen beiden Arbeiten Ohne Titel aus den Jahren 1954 und 1965 an die Flächigkeit heran. Prägnant sind die abstrakte Formensprache sowie seine klassisch ausgewogenen Bildkompositionen. Winter war einer der wesentlichen Vorreiter der Abstraktion in Europa.

Einzelstücke I, 1/7 (1993) und Komplementär, 1/7 (1999) von Herrmann Werner (*1953) sind Teil einer 48-teiligen Serie von Arbeiten, die nach einfachen, strengen Regeln der Logik entstanden sind. Durch minimale Veränderung in Farbe, Form und Linie schafft prägnante Farbfelder.

 Klaus Basset (1926–1996) entwickelte in den 1960er Jahren ein Prinzip, mit dem Zeichnungen auf ein Raster übertragen wurden. Anfänglich noch per Hand realisiert, wurden sie später von einer Schreibmaschine ausgeführt. Systematische Kombination von 15 kontinuierlichen Hell-Dunkel-Strukturen nach dem Matrix-Prinzip (1974) ist eine Schreibmaschinen-generierte Arbeit. Auf den ersten Blick wirkt sie gar wie ein abstrakter und fertiger Druck. Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich dessen Formenreichtum.

Für Anton Stankowski (1906–1998) galt: „Ob Kunst oder Design ist egal. Nur gut muss es sein.“ Seine Arbeit Ohne Titel (1937) ist maximal schlicht. Stankowski fühlte sich Zeit seines Lebens der konstruktiv-konkreten Kunst verpflichtet. Zusammen mit Karl Duschek (1947–2011) betrieb er das Grafische Atelier Stankowski+Duschek. Duschek sprach sich ähnlich wie Stankowski, für eine klare, reduzierte Formensprache aus. Sein Werk Codierung mit Quadraten viergeteilt (1973) verdeutlicht dies auf besondere Weise.

Adolf Fleischmann (1892–1968) entwickelte erst im hohen Alter seinen eigenen unverkennbaren Stil. Dieser zeichnet sich durch rhythmisch gruppierte Streifen und schmale Winkel aus. Das hier gezeigte Werk Ohne Titel (1963) stammt aus ebendieser Phase, in der Fleischmann sich erneut der geometrischen Form im Rahmen serieller Malerei zuwendet. Fleischmann gilt zudem als Vorläufer der Op-Art.

Galerie Stadt Sindelfingen

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