Ilse Beate Jäkel

Im Konzertsaal – KABINETT Jäkel

24.09.22-10.04.23

Ilse Beate Jäkel, Portrait Monique de la Bruchollerie

Ilse Beate Jäkel, Portrait Monique de la Bruchollerie

Die Galerie Stadt Sindelfingen widmet dem Oeuvre der Künstlerin Ilse Beate Jäkel (*1907 in Zwickau, †1982 in Stuttgart) ein ganzes Jahr. Anlässlich ihres 40. Todestages verwandelt sich das KABINETT LÜTZE in das KABINETT Jäkel.

Die zweite Ausstellung zu Ilse Beate Jäkel zeigt ihre Zeichnungen von Musikerinnen und Musikern. Sie war eine große Musikliebhaberin und diese Liebe zu Musik spiegelt sich auch in ihren Zeichnungen wieder.

Jäkel stammt aus einer musikbegeisterten Familie. Das Musizieren war bereits Teil ihrer Kindheit und setzte sich bis zu ihrem Lebensende fort. Sie selbst und auch ihre Geschwister spielten mehrere Instrumente. Als junge Erwachsene erhielt sie Gesangsunterricht bei Rudolf Gmeiner, einem Freund der Familie Jäkel. Als dieser als Bassbariton nach Stuttgart ging, ließ sich auch Jäkel hier nieder. Sie war bestens vernetzt in der Stuttgarter Musikszene und fertigte bei ihren Konzertbesuchen ab 1928 Skizzen an. Zu dieser Zeit begann sie auch einen Beethoven-Zyklus und Zeichnungen von den Dirigenten Rudolf Serkin, Wilhelm Furtwängler, Fritz Busch oder der französischen Pianistin Monique de la Bruchollerie.

Ihre Zeichnungen von Furtwängler, ein Star seiner Zeit, wurden nach dessen Tod medial verbreitet und fanden große Aufmerksamkeit, leider ohne namentliche Erwähnung der Künstlerin. Jäkel fertigte die Skizzen nie als Auftragsarbeiten, sondern zeichnete während des Konzerts. Erst danach zeigte sie ihre Arbeit den Porträtierten. Die Qualität dieser Skizzen speist sich aus der handwerklichen Akribie von Ilse Beate Jäkel. Der obsessiven Zeichnerin gelingt es durch Details den Zauber des Konzerterlebnisses herauszustellen. Die Themenfelder Musik und Konzert finden in dem Medium Zeichnung seine ideale Entsprechung. Die Flüchtigkeit der Bewegung verschmilzt mit dem Rhythmus der Zeichnung und bannt den Rhythmus des Moments.

Kuratiert von Madeleine Frey und Sebastian Schmitt

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